Christian Spuck choreographiert seit 1998 für das Stuttgarter Ballett. Im Juni 2001 ernannte Reid Anderson den gebürtigen Marburger zum Hauschoreographen. Spuck erhielt seine Ausbildung an der John Cranko Schule in Stuttgart. Als Tänzer arbeitete er mit Jan Lauwers’ Needcompany und mit Anne Teresa de Keersmakers Ensemble ROSAS. 1995 wurde Christian Spuck Mitglied des Stuttgarter Balletts. Von 1994 bis 1996 war Christian Spuck als choreographischer Assistent von Marco Santi tätig. Für die Reihe „Junge Choreographen“ der Stuttgarter Noverre-Gesellschaft erarbeitete Christian Spuck 1996 seine erste eigene Choreographie, den Pas de deux Duo/Towards The Night, welcher gleich in das Repertoire des Stuttgarter Balletts und der Deutschen Oper Berlin aufgenommen wurde. 1998 folgte seine erste Uraufführung beim Stuttgarter Ballett: Passacaglia.
Seitdem hat Christian Spuck 14 Uraufführungen für die Compagnie choreographiert, darunter zwei abendfüllende Handlungsballette. Seine hohe Musikalität, sein souveräner Umgang mit dem Raum, seine stilsichere Inszenierungskunst und seine Fähigkeit, mit großen Besetzungen zu arbeiten, verlangen geradezu nach dem erzählenden, abendfüllenden Format. Sein erstes großes Handlungsballett schuf Spuck ebenfalls für das Stuttgarter Ballett: Lulu. Eine Monstretragödie nach dem Schauspiel von Frank Wedekind erlebte seine umjubelte Uraufführung im Dezember 2003. Mit diesem Werk gelang es ihm, die große Tradition des neu geschaffenen Handlungsballetts, die John Cranko beim Stuttgarter Ballett begründet hatte, innovativ und zeitgemäß fortzuschreiben.
2006 wurde Spuck für eine Spielzeit zum Resident Choreographer der Compagnie Hubbard Street Dance 2 Chicago ernannt und erhielt den Deutschen Tanzpreis „Zukunft“ für Choreographie. Im selben Jahr kam Der Sandmann nach der gleichnamigen Erzählung von E.T.A. Hoffmann im Stuttgarter Opernhaus zur Uraufführung. Nach Lulu. Eine Monstretragödie und Die Kinder (2004, Aalto Ballett Theater Essen), das 2005 für den „Prix Benois de la Danse“ nominiert wurde, war es Spucks drittes abendfüllendes Handlungsballett.
2007 folgte im Theaterhaus Stuttgart die Uraufführung von Don Q. Eine nicht immer getanzte Revue über den Verlust der Wirklichkeit. Seit 1999 hat der Choreograph Uraufführungen für eine Reihe renommierter Ballettcompagnien in Europa und den USA geschaffen, darunter Morphing Games für das Aterballetto (1999), Adagio für Tänzer des New York City Ballet (2000), this- für das Ballett der Staatsoper Berlin (2003), The Restless (2005) für Hubbard Street Dance 2 Chicago und The Return of Ulysses (2006) für das Königliche Ballett Flandern. Mit der zuletzt genannten Produktion wurde er 2009 zum Edinburgh International Festival eingeladen.
Seit 2005 tritt Christian Spuck auch im Bereich Film und Musiktheater in Erscheinung: Am Theater der Stadt Heidelberg inszenierte er 2005 erstmals eine Oper: Berenice nach einer Erzählung von Edgar Allen Poe. „Marcia Haydée als Penelope“, ein 25-minütiger Tanzfilm mit Marcia Haydée und Robert Tewsley, wurde im Februar 2006 von ARTE ausgestrahlt. 2009 führte er bei Glucks Oper Orphée et Euridice, eine Koproduktion der Staatsoper Stuttgart und des Stuttgarter Balletts, Regie und zeichnete auch für die Choreographie verantwortlich. Seine Falstaff-Inszenierung im Januar 2010 am Staatstheater Wiesbaden wurde von Presse und Publikum gleichermaßen gefeiert.
Die im April 2008 beim Aalto Ballett Theater Essen uraufgeführte Ballettproduktion Leonce und Lena wurde in der Spielzeit 2009/10 auch ins Repertoire von Les Grands Ballet Canadiens de Montreal übernommen und seit der Spielzeit 2010/11 auch erfolgreich im Repertoire des Stuttgarter Balletts vertreten. Seine Uraufführung von Poppea//Poppea für Gauthier Dance am Theaterhaus Stuttgart wurde von dem Fachmagazin Dance Europe zu den zehn erfolgreichsten Tanzproduktionen im Jahr 2010 gewählt und gewann den Deutschen Theaterpreis „Der Faust 2011“. Christian Spuck wurde für Poppea//Poppea außerdem mit dem Danza&Danza-Award 2012 als Bester Choreograph ausgezeichnet. Im September 2011 choreographierte er Woyzeck für das Norwegische National Ballett.
Sein neuestes abendfüllendes Ballett wurde im Februar 2012 beim Stuttgarter Ballett uraufgeführt: Das Fräulein von S., nach einer Novelle von E.T.A. Hoffmann, ist gleichzeitig auch seine letzte Choreographie für die Stuttgarter Compagnie in seiner Funktion als Hauschoreograph.
Mit Beginn der Spielzeit 2012/13 wird Christian Spuck Direktor des Zürcher Balletts.