Marijn Rademaker wurde in Nijmegen in Holland geboren. Er begann seine Ballettausbildung in seinem Geburtsort und wechselte dann an die Staatliche Ballettakademie in Amsterdam (1991-92). Anschließend ging er an die Hochschule der Künste in Arnheim (1992-96) und schloss seine Ausbildung schließlich im Jahr 2000 am Königlichen Konservatorium in Den Haag ab. Im Jahr 1999 gewann er den Anmutspreis beim Wettbewerb der Stiftung für junge Tänzer von Alexandra Radius und Han Ebbelaar.
Mit Beginn der Spielzeit 2000/01 wurde Marijn Rademaker Mitglied beim Stuttgarter Ballett. Hier tanzte er im Corps de ballet, bis er zu Beginn der Spielzeit 2004/05 zum Halbsolisten befördert wurde. Zu Beginn der Spielzeit 2006/2007 sollte er zum Solisten ernannt werden. Nach seinem grandiosen Rollendebüt als Armand in Die Kameliendame entschied sich Reid Anderson jedoch, ihn direkt zum Ersten Solisten zu befördern.
Marco Goecke schuf das Solo Äffi für Marijn Rademaker, das er in Arnheim uraufführte. Für dieses Solo wurde er in der Kritikerumfrage der Zeitschrift ballettanz 2005 in der Kategorie „Beachtlicher Nachwuchstänzer“ genannt. Im Jahr 2008 wurde er in der Umfrage in der Kategorie „Profilierter Tänzer“ unter anderem für seine Darstellung des Jago in John Neumeiers Othello mehrmals genannt. Nur ein Jahr später erhielt er in der Kategorie „Bester Tänzer“ aufgrund seiner Wandlungsfähigkeit Mehrfachnennungen. Im November 2006 gewann Marijn Rademaker den erstmals vergebenen Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie „Bester Darsteller Tanz“. Drei Jahre später erhielt er den Deutschen Tanzpreis „Zukunft“ 2009. Im Juli desselben Jahres wurde ihm der internationale Tanzpreis „Premio ApuliArte“ verliehen.
Marijn Rademaker begleitet das Stuttgarter Ballett auf Tourneen in der ganzen Welt. Zudem erhält er zahlreiche Einladungen zu Galavorstellungen und Gastauftritten. Im Mai 2007 tanzte er die Rolle des Armand in John Neumeiers Die Kameliendame auf dessen Einladung beim Hamburg Ballett mit Sue Jin Kang in der Rolle der Marguerite. Anlässlich der 34. Nijinski-Gala im Rahmen der Hamburger Ballett-Tage 2008 tanzte Marijn Rademaker in der Rolle des Tadzio Ausschnitte aus John Neumeiers Tod in Venedig mit Lloyd Riggins als Aschenbach. In der Spielzeit 2008/09 war er als Gast des Zürcher Balletts in der Titelrolle in Heinz Spoerlis Ballett Peer Gynt zu sehen, das außerdem für das Fernsehen und eine DVD-Produktion aufgezeichnet wurde. Im Januar 2011 gastierte Marijn Rademaker zum ersten Mal bei Het Nationale Ballet Amsterdam und tanzte dort an der Seite von Maia Makhateli in Dornröschen (Sir Peter Wright nach Marius Petipa). Seit der Spielzeit 2011/12 tanzt er als Ständiger Gast bei Het Nationale Ballet Amsterdam.
Bei der Veranstaltung „Noverre-Gesellschaft: Junge Choreographen“ schuf Marijn Rademaker seine erste eigene Choreographie im Mai 2012: Das Solo Odium? wurde von dem Stuttgarter Tänzer Robert Robinson uraufgeführt.
REPERTOIRE
Tragende Rollen beim Stuttgarter Ballett - ..., la peau blanche ... (Christian Spuck): Bellegarde
- Afternoon of a Faun (Jerome Robbins)
- Bolero (Maurice Béjart): Die Melodie
- Carlotta’s Portrait (Christian Spuck)
- Carmen (John Cranko, Neuinszenierung: Reid Anderson und Georgette Tsinguirides): Don José
- Corps (Hans van Manen)
- Dances at a Gathering (Jerome Robbins): Rolle in Ziegelrot, Rolle in Braun
- Das Lied von der Erde (Kenneth MacMillan): Der Ewige
- das siebte blau (Christian Spuck)
- Der Sandmann (Christian Spuck): Nathanael
- Der Widerspenstigen Zähmung (John Cranko): Lucentio
- Die Kameliendame (John Neumeier): Armand Duval
- Die Vier Temperamente (George Balanchine): 2. Thema, Phlegmatisch
- Don Quijote (Maximiliano Guerra): Basilio
- Dornröschen (Márcia Haydée nach Marius Petipa): Prinz Desiré, Prinz des Ostens, Ali Baba, Der gestiefelte Kater, Begleiter der Feen
- Ein Sommernachtstraum (Jean Christophe Blavier): Lysander
- Endstation Sehnsucht (John Neumeier): Allan Gray, Allans Freund
- Frank Bridge Variations (Hans van Manen)
- Fratres (John Neumeier)
- Gaîté parisienne (Maurice Béjart): Pas de deux "Die Liebenden", Freund
- Giselle (Inszenierung: Reid Anderson, Valentina Savina): Herzog Albrecht
- Hommage á Bolschoi (John Cranko)
- Initialen R.B.M.E. (John Cranko): E.
- La Sylphide (Peter Schaufuss, nach August Bournonville): James
- Le sacre du printemps (Glen Tetley)
- Leonce und Lena (Christian Spuck): Leonce
- melodious gimmick to keep the boys in line (Marc Spradling)
- Mono Lisa (Itzik Galili)
- My Way (Stephan Thoss)
- No more play (Jiří Kylián)
- Onegin (John Cranko): Lenski
- Othello (John Neumeier): Jago
- Pas de deux (John Cranko)
- Pierrot lunaire (Glen Tetley): Pierrot
- Pocket Concerto (Edward Clug)
- Poème de l’extase (John Cranko): Jüngling
- Requiem (Kenneth MacMillan): Solorolle in „Libera me“
- Romeo und Julia (John Cranko): Romeo, Benvolio
- Rückkehr ins fremde Land (Jiří Kylián)
- Schwanensee (John Cranko): Prinz Siegfried und Benno, Begleiter des Prinzen
- Siebte Sinfonie (Uwe Scholz): u.a. männliche Hauptrolle
- Skew-Whiff (Paul Lightfoot, Sol León)
- Song of my People Forest Peolpe – Sea (John Cranko): Pas de trois
- Ssss... (Edward Clug)
- Strawinsky Violinkonzert (George Balanchine): Toccata, Aria I, Capriccio
- The Lady and the Fool (John Cranko): Gastgeber
- The Vertiginous Thrill in Exactitude (William Forsythe)
- Theme and Variations (George Balanchine): Hauptrolle
- Two Pieces for Het (Hans van Manen)
- Vergessenes Land (Jiří Kylián): Paar in Weiß
Eigens für ihn kreierte Rollen - Äffi (Marco Goecke)
- Avatar (Matjash Mrozewski)
- Das Fräulein von S. (Christian Spuck): René Cardillac, Goldschmied
- Der Sandmann (Christian Spuck): Siegmund
- Double Bass Concerto (Bridget Breiner)
- EDEN / EDEN (Wayne McGregor)
- Fingerspitzengefühl (Demis Volpi)
- Gambling, x 5 (Nicolo Fonte)
- I fratelli – Die Brüder (Mauro Bigonzetti): Rocco
- Krabat (Demis Volpi): Der Meister
- Letters of Others (Bridget Breiner)
- Lulu. Eine Monstretragödie ( Christian Spuck): Alwa
- Sleepers Chamber (Christian Spuck)
- Songs (Christian Spuck)
- The Shaking Tent (Marc Spradling)
- Yantra (Wayne McGregor)
Eigens für ihn kreierte Rollen bei Noverre-Gesellschaft: Junge Choreographen - Blender (Katarzyna Kozielska)
- Chicks (Marco Goecke)
- Denial of service (Alexander Makaschin)
- Make me sway (Sarah Grether)
- Palpable leers (Demis Volpi)
- Sirs (Bridget Breiner)
Corps de ballet Rollen beim Stuttgarter Ballett - das siebte blau (Christian Spuck)
- Der Widerspenstigen Zähmung (John Cranko)
- Die Kameliendame (John Neumeier)
- Don Quijote (Maximiliano Guerra)
- Dornröschen (Márcia Haydée nach Marius Petipa): Herzog Blaubart
- dreamdeepdown (Kevin O’Day)
- Giselle (Inszenierung: Reid Anderson, Valentina Savina)
- La Fille mal gardée (Sir Frederick Ashton)
- Le sacre du printemps (Glen Tetley)
- melodious gimmick to keep the boys in line (Marc Spradling)
- Onegin (John Cranko)
- Romeo und Julia (John Cranko)
- Schwanensee (John Cranko): Tarantella u.a.
- Serenade (George Balanchine)
- Siebte Sinfonie (Uwe Scholz)
- The Lady and the Fool (John Cranko)
EIGENE CHOREOGRAPHIEN
- Odium? Uraufführung bei Noverre-Gesellschaft: Junge Choreographen am 23. Mai 2012, Stuttgarter Ballett