Mit riesiger Begeisterung wurde Demis Volpis Krabat, ein Ballett nach dem Roman von Otfried Preußler, nach seiner Uraufführung im März 2013 vom Publikum aufgenommen. Die Nachfrage war so überwältigend, dass das Stuttgarter Ballett den Zuschauern auch in dieser Saison 2013/14 die Möglichkeit geben möchte, dieses Gesamtkunstwerk zu erleben.
Otfried Preußlers Roman erzählt die Geschichte des Waisenjungen Krabat, der an einer Mühle als Lehrling eingestellt wird. Bald erfährt Krabat, dass er sich auf einer Schwarzen Schule befindet, auf der die „Kunst der Künste“ gelehrt wird. Krabat ist anfangs fasziniert von der Schwarzen Magie, doch bald lernt er, dass dafür ein furchtbarer Preis gezahlt werden muss: Die Gesellen sind Häftlinge des Meisters geworden, die Mühle ist ihr Gefängnis, ein menschenverachtender Ort, an dem schreckliche Dinge geschehen. Doch im Gegensatz zu den anderen Mühlknappen ist Krabat nicht dazu bereit, die Verbrechen auf der Mühle zu verdrängen, über sie hinwegzusehen. Durch die Liebe zu einem Mädchen – und ihre Liebe zu ihm – kann Krabat schließlich sich und seine Mitgesellen befreien.
Demis Volpi verwandelt Preußlers Geschichte einfühlsam in Tanz, in ein Ballett, das eindrücklich die Essenz des Romans herausarbeitet.
Um den Kosmos Krabats auf die Bühne zu bringen, bedarf es natürlich auch der passenden Ausstattung. Katharina Schlipf hat eine phantasievolle und spektakuläre Bühnenwelt geschaffen, die sowohl die bedrückende Mühle als auch die wunderbare Natur illustriert. Und nicht zuletzt trägt die Musik dazu bei, Krabat lebendig werden zu lassen. Klänge von Pēteris Vasks untermalen u.a. die emotionalen Momente, Philip Glass steht für das Magische und Werke von Krzysztof Penderecki erklingen immer dann, wenn unheimliche, erschreckende Momente bevorstehen.
In der Spielzeit 2012/13 wurde der letzte Monat bis zur Uraufführung von Krabat im
Krabat-Tagebuch festgehalten.