Vier große Komponisten und vier Meister der Choreographie treffen in diesem Ballettabend zusammen, und in allen Fällen zeigt sich der Tanz ganz der Musik verpflichtet. Ihre Verehrung für das jeweilige Orchesterwerk und seinen Urheber demonstrierten John Cranko 1965, Jiří Kylián 1981, Uwe Scholz 1991 und William Forsythe 1995 auf formal ganz unterschiedliche, jedoch stets hochmusikalische Art.
Drei Werke wurden für das Stuttgarter Ballett geschaffen und das herausragende Können seiner Tänzer war für Cranko ebenso wie Jahrzehnte später für Kylián und Scholz ein wesentlicher Impulsgeber für Choreographien, die von Stuttgart aus die Welt eroberten. Reich an technischen Herausforderungen ist auch William Forsythes The Vertiginous Thrill of Exactitude , das fünf Jahre nach der Frankfurter Urauführung seinen Weg ins Stuttgarter Repertoire fand.
William Forsythes The Vertiginous Thrill of Exactitude ist ein hochvirtuoses Bravourstück, das die Beherrschung der Tanztechnik und höchste Präzision auf den Präsentierteller stellt und mit schwindelerregender Lust an der Genauigkeit getanzt werden will. William Forsythe legt dabei den Fokus auf die Strukturen des klassisch-akademischen Tanzes, die er fragmentiert und in unterschiedlichen Kombinationen neu zusammensetzt. Das Ergebnis ist ein durch die ständige Überschreitung seiner ureigenen Konventionen und Normen hinreißend erweitertes klassisches Vokabular.