Die Kameliendame

Ballett von John Neumeier nach Alexandre Dumas d.J.

Die Kameliendame

Ballett von John Neumeier nach Alexandre Dumas d.J.
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Wiederaufnahme
Die Kameliendame
Mi 16. Jan / 19:00
Opernhaus / Einführung Opernhaus, Foyer I. Rang 18:15
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
So 20. Jan / 19:00
Opernhaus / Einführung Opernhaus, Foyer I. Rang 18:15
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
Do 24. Jan / 19:00
Opernhaus / Einführung Opernhaus, Foyer I. Rang 18:15
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
Sa 26. Jan / 19:00
Opernhaus / Einführung Opernhaus, Foyer I. Rang 18:15
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
So 3. Feb / nm
Opernhaus
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
So 3. Feb / 19:00
Opernhaus
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
Di 5. Feb / 19:00
Opernhaus
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Die Kameliendame
Sa 13. Apr
Opernhaus
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
Fr 19. Apr
Opernhaus
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
So 21. Apr / nm
Opernhaus
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
So 21. Apr / abd
Opernhaus
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
Sa 27. Apr
Opernhaus
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
Do 25. Jul
Opernhaus
https://www.stuttgarter-ballett.de/ Stuttgarter Ballett Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart

Die Kameliendame
Fr 26. Jul
Opernhaus
Weitere Spieltermine
Die Kameliendame
2 Stunden und 50 Minuten, 2 Pausen
Choreographie und Inszenierung
John Neumeier
Musik
Frédéric Chopin
Bühnenbild und Kostüme
Jürgen Rose
Uraufführung
4. November 1978, Stuttgarter Ballett
Musikalische Leitung
James Tuggle
Staatsorchester Stuttgart
Sie ist eine der berühmtesten Frauengestalten der Weltliteratur: Marguerite Gautier, genannt die Kameliendame. Ihr Leben und Schicksal wurden im gleichnamigen Roman von Alexandre Dumas d.J. festgehalten, wobei sich Dumas auf seine eigenen Erfahrungen mit der Edelkurtisane Marie Duplessis bezog. In ärmste Verhältnisse hineingeboren, schon als junges Mädchen vom Vater „verkauft“, schaffte sie es, durch ihren Liebreiz, ihre Schönheit und Intelligenz eine Ausnahmestellung in der Demimonde von Paris zu erreichen, sodass selbst Herzoge sich glücklich schätzten, von ihr als Liebhaber ausgesucht zu werden. Ihr schillerndes Leben fand allerdings ein jähes Ende: Sie starb mit nur 23 Jahren an Schwindsucht. Verewigt hat Dumas sie vor allem durch seine Schilderung ihres noblen Verzichts auf die Liebe des jungen Armand Duval zugunsten seiner Familie sowie ihrer Ehre und ihres guten Namens.

Im Jahr 1978 nahm sich der Choreograph John Neumeier dieser Frau und dieses Romans an. Inspiriert dazu hatte ihn Marcia Haydée, ihrer Zeit nicht nur Primaballerina des Stuttgarter Balletts, sondern auch dessen Direktorin. Mit diesem Werk schuf Neumeier eines seiner schönsten Ballette; ein Stück, in dem einfach alles stimmt: von dem geschmackvoll, aber spärlich eingerichteten Bühnenbild über die – im feinen Kontrapunkt – üppigen Kostüme von Jürgen Rose bis hin zur ergreifenden Musik Frédéric Chopins. Dramaturgisch bis ins letzte Detail durchdacht, mit anspruchsvoller Choreographie und einer emotionalen Tiefe, der man sich nicht entziehen kann, ist und bleibt Die Kameliendame eines der Juwelen im Repertoire des Stuttgarter Balletts. Zur Feier des 40. Jubiläums dieses Ausnahmewerks wird Die Kameliendame wiederaufgenommen.

Die Handlung

Prolog
Haushaltsauflösung - wegen Todesfall soll das gesamte Inventar einer luxuriös ausgestatteten Wohnung versteigert werden. Zwischen dem Auktionator, der die einzelnen Gegenstände schätzt, und seinen Helfern sitzt Nanina, die treue Dienerin und nimmt Abschied. Kauflustige oder nur neugierige Besucher, frühere Bekannte und Freunde der Verstorbenen besichtigen die Einrichtung. Unter ihnen ist auch ein älterer Herr, Monsieur Duval. Unvermutet stürzt ein junger Mann wie von Sinnen herein. Es ist Armand Duval. Als er seiner Umgebung gewahr wird und die vertrauten Räume sieht, droht er, ohnmächtig zusammenzubrechen. Liebevoll fängt der alte Herr seinen Sohn auf. Von Erinnerungen überwältigt, beginnt Armand, dem Vater seine Geschichte zu erzählen:

I. Akt
Es war im Théâtre des Variétes. Man gab an diesem Abend das Ballett »Manon Lescaut«, das berühmte Drama der zwischen Luxussucht und Liebe hin- und hergerissenen Rokoko-Kurtisane. Im Publikum befand sich eine der schönsten und begehrtesten Kurtisanen von Paris, Marguerite Gautier. Betroffen reagierte sie auf das Verhalten Manons, fühlte sich ihr verwandt und weigerte sich dennoch, in ihr das eigene Spiegelbild zu sehen.

Armand hatte Marguerite bereits früher von Ferne bewundert, aber bisher nie die Möglichkeit gefunden, sie kennenzulernen. Nun war er ihr zum ersten Mal vorgestellt worden. Noch aufgewühlt von der Begegnung verfolgte er mit erhöhter Spannung die Aufführung. Im Wesen Des Grieux’, Manons treuem Liebhaber, spürte er verwandte Züge und fürchtete für einen Augenblick, in dessen traurigem Schicksal die eigene Zukunft zu entdecken.

Nach der Vorstellung hatte Marguerite, um sich die Zeit zu vertreiben und sich trotz der Anwesenheit des sie langweilenden Grafen N. zu amüsieren, Armands Freund Gaston und Prudence, eine etwas vulgäre Kurtisane, zu sich eingeladen. Armand war mitgekommen. Marguerite benutzte ihn, um den jungen Grafen zu ärgern. Die Situation spitzte sich zu. Graf N. verließ eifersüchtig die Wohnung. Marguerite erlitt einen Hustenanfall und zog sich zurück. Armand folgte ihr, bot ihr seine Hilfe an und gestand ihr überwältigt seine Liebe. Sie wehrte zunächst ab, blieb skeptisch, gleichzeitig rührte sie seine leidenschaftliche Zuneigung.

In der folgenden Zeit vertiefte sich die Beziehung zwischen beiden. Marguerite führte weiter ihr gewohntes Leben, eilte von Ball zu Ball, von Verehrer zu Verehrer, vom alten Herzog zum jungen Grafen.

Aber immer wartete Armand auf sie. Er folgte ihr selbst aufs Land, wo der Herzog ihrer angegriffenen Gesundheit wegen ein idyllisches Haus zur Verfügung gestellt hatte.
II. Akt
Auch auf dem Land setzte Marguerite ihr turbulentes und aufwendiges Leben auf Kosten des Herzogs fort. Eines Tages kam es zur offenen Konfrontation zwischen Armand und dem Herzog. Marguerite bekannte sich zum ersten Mal eindeutig vor allen zu ihrem Geliebten und entschied sich gegen Reichtum und Sicherheit. Empört verließ der Herzog die Gesellschaft. Auch die Freunde gingen. Endlich waren Armand und Marguerite allein und konnten sich schrankenlos ihrer Liebe hingeben.

Der Gedanke, dass dieses Glück unwiederbringlich verloren ist, läßt Armand erneut zusammenbrechen. Sein Vater ist tief erschüttert. Betroffen und ein wenig beschämt erinnert er sich der Rolle, die er in der Geschichte gespielt hat: Als er vom Lebenswandel seines Sohnes erfuhr, hatte er ohne Armands Wissen Marguerite in ihrem Landhaus aufgesucht und von ihr die Trennung zum Wohle seines Sohnes wie seiner unbescholtenen Tochter verlangt. Aus Liebe brachte Marguerite das Opfer. Sie kehrte während Armands Abwesenheit nach Paris zurück und stürzte sich verzweifelt in ihr altes Leben.

Armand ist wieder ruhiger geworden; gefasst erzählt er dem Vater nun, wie er bei seiner Rückkehr das Haus verlassen vorgefunden hatte. Vergeblich hatte er auf Marguerite gewartet, bis Nanina ihm zu seinem Erstaunen einen Brief Marguerites brachte, in dem sie ihm schrieb, dass sie mit ihm breche und in ihr früheres Leben zurückkehre. Ungläubig eilte er sofort nach Paris. Als er nach nächtlichem Fußmarsch in der Stadtwohnung ankam, fand er sie in den Armen eines anderen.
III. Akt
Einige Zeit später begegneten sich beide zufällig auf der Champs-Elysées. Marguerite war in Begleitung einer anderen schönen Kurtisane, Olympia, um die sich Armand sofort bemühte. Er musste Marguerite quälen, denn er fühlte sich zu sehr verletzt. Um sich zu rächen hielt er nun Olympia aus.
Ein letztes Mal suchte Marguerite, bereits todkrank, Armand auf und bat ihn, von seinem demütigenden Verhalten zu lassen und sie zu schonen. Beide fanden noch einmal zueinander. Doch im Schlaf verfolgte Marguerite die albtraumhafte Vision Manons. Aufwachend beschloss sie ihrem Versprechen treu zu bleiben. Heimlich verließ sie den Geliebten. Armand sah sich ein zweites Mal allein.
Und nun brüsquierte er sie bei einem großen Ball in aller Öffentlichkeit. Er überreichte ihr einen mit Geldscheinen gefüllten Brief, den Lohn für die gewährten Liebesdienste. Marguerite brach zusammen.

Armand ist am Ende seines Berichts angelangt. Der Vater hat ihm ergriffen zugehört; nun trennen sie sich. Nanina, die von Armands Ankunft gehört hat, kommt zurück und übergibt ihm Marguerites Tagebuch. Armand beginnt darin zu lesen. Er erfährt von ihrem immer rascheren Dahinsiechen. Er begleitet sie bei ihrem letzten Theaterbesuch. Es gibt »Manon Lescaut«: Nach Amerika verbannt und verarmt befindet sich Manon wieder auf der Flucht; vor Erschöpfung stirbt sie in den Armen ihres treuen Liebhabers Des Grieux, der ihr selbst in die Verbannung gefolgt war. Krank und verzweifelt geht Marguerite aus dem Theater. Aber die Gestalten des Balletts bedrängen sie in ihren Fieberträumen und mischen sich mit den eigenen Erinnerungen und Hoffnungen. Einmal noch möchte sie Armand wiedersehen. Von den früheren Freunden verlassen, vertraut sie ihre Ängste und Sehnsüchte dem Tagebuch an, das sie Nanina für Armand übergibt. Verarmt und einsam stirbt Marguerite.